Heute erreicht uns ein Gruß aus Guatemala von einer ehemaligen chocri-Praktikantin, die heute dort eine eigene Kakaoplantage hat. Sie berichtet uns davon, was für einen langen Prozess die Kakaobohne durchläuft, bis sie zu einer zartschmelzenden chocri geworden ist. Außerdem erfahren wir von Maria und Ximena, zwei Arbeiterinnen einer Kakaoplantage, denen der cremige Schokoladengenuss, den wir hier so lieben, eher ein wenig suspekt ist…aber lest selbst:

Was du bestimmt noch nicht über Schokolade wusstest...

Kakao Herstellung

Auf der Kakaoplantage im Süden des Landes gibt es nur zwei Frauen, Maria und Ximena, die die Kunst des Bestäubens der Kakaoblüten mit Pinzette und Nadel beherrschen. Seit über 30 Jahren arbeiten sie auf der Finca mit hoher Präzision und viel Hingabe. Wenn sie die Blueten erst einmal bestaeubt haben, dauert es ein paar Wochen bis die Kakaofrucht heranreift. Dann sind die Männer an der Reihe: Die etwa honigmelonen-großen Kakaofrüchte, die verschiedene Farben von gelb über grün und rot annehmen können, und wie sonst kaum eine andere Pflanze am Stamm wachsen, werden mit der Machette (einem großen Messer) abgeschlagen und in großen Körben zu einer zentralen Sammelstelle getragen. Hier wird jede Frucht ähnlich wie eine Kokosnuss in der Mitte aufgeschlagen und das schneeweiße und süßlich schmeckende Fruchtfleisch und die darin eingebetteten braunen Kakaobohnen kommen zum Vorschein. In großen Holzkästen findet in den nächsten fünf Tagen die Fermentierung statt, die für die Geschmacksnoten der spaeteren Schokolade eine entscheidende Rolle spielt. Nach einigen Tagen unter der Sonne, werden die schönen nun bereits fermentierten Kakaobohnen von Maria und Ximena ausgelesen, denn nur die Besten werden in Säcken nach Europa versandt oder in Guatemala zu Schokolade weiterverarbeitet. Sie erzählen stolz von ihrem Kakao, denn er soll der Beste der Region sein: „Dies ist Trinitario Kakao. Er ist sehr resistent gegen Krankheiten und erzielt einen guten Ertrag und ein unbeschreiblich intensives Aroma.“

Kakaozubereitung bei den Mayas

Maria und Ximena sind Mayafrauen, die die Kakaotraditionen von ihren Vorfahren übernommen haben: „Wir wissen, dass unsere Urgroßväter das Schokoladengetränk „Xocolatl“ als heilende Medizin und zur Stärkung im Krieg und auf dem Acker getrunken haben. Viel Energie und auch magische Kraft gibt dieses Getränk Gottes allen, die davon trinken.“ Vor etwa 1000 Jahren wurden die Kakaobohnen in Mittelamerika sogar als Muenzen verwendet. So kostete ein Huhn auf dem Markt zwischen 15 und 20 Kakaobohnen. Fuer die adligen Mayas stellte das Getraenk ein Lebenselixier dar, das ihnen der Maisgott geschenkt hatte.

Auch heute trinken Maria und Ximena noch täglich ihr Schokoladengetränk bevor sie auf die Finca wandern. Und sie bereiten es genauso zu, wie es ihre Großmütter taten: Über einer Feuerstelle werden die fermentierten Bohnen geröstet bis sie dunkelbraun werden und einen intensiven Duft im Raum verteilen. Eine kleine dünne Schale wird dann mit der Hand von jeder Kakaobohne entfernt und auf einem Metate-Stein mit viel Körperkraft zermahlen. Nach etwa 20 Minuten entsteht eine köstliche feuchte Masse, die dann noch weitere Male, entweder mit Zucker, Maiskörnern, Zimt, aber auch Chili und anderen Gewürzen zerrieben werden. In kleinen runden Tafeln kühlt die Kakaomasse aus und kann nun jeden Morgen mit heißem Wasser zu einem leckeren Kakaogetränk angerührt werden.

Schokoladenherstellung

Dank Kulturen wie den Mayas und Azteken, und Frauen wie Maria und Ximena dürfen wir hier in Europa taeglich unsere Schokolade geniessen. Schade, dass Maria und Ximena gar nicht wissen, was denn mit ihren geernteten Kakaobohnen sonderliches passiert, wenn diese ersteinmal den weiten Weg von ihrer Finca nach Europa angehen. Sie kennen dieses Gefühl, wie die Schokolade langsam auf der Zunge zergeht und im Mund schmilzt, nicht. Denn fast ausschliesslich in Europa und Nordamerika werden Kakaobohnen zu feiner Schokolade weiterverarbeitet:

Die ungerösteten Kakaobohnen werden nun in der Regel industriell geröstet; hierbei werden mehr als 400 Aromastoffe freigesetzt, die später entscheidend zum Geschmack der Schokolade beitragen. Um die Schalen der Bohnen nach dem Rösten zu entfernen, werden diese mit einer Walze zerbrochen. Dann werden die leichten Schalenteile mit einem Luftstrom von den Kakaostuecken getrennt. Nun können diese sehr fein zermahlen werden.

Hierbei wird die Kakaobutter in Form eines flüssigen Öls freigesetzt und es entsteht eine flüssige Masse, die Kakaomasse. Weiteres Feinwalzen, bei dem neue Zutaten wie Milchpulver und Zucker hinzugefuegt werden, und der von Rudolph Lindt entdeckte Conching Prozess, bei dem die Schokoladenmasse mehrere Tage geknetet und gerührt wird, machen die Konsistenz der Schokolade nun immer cremiger, und die letzten unerwuenschten Bitterstoffe verfluechtigen sich. Durch diesen Prozess des Conchierens kann die „Speise der Götter“ ihr volles Aroma entfalten und bekommt ihren zart schmelzenden Charakter, der unsere Schokolade so unwiderstehlich macht.
Als Maria und Ximena solch eine feine Schokolade zum ersten Mal probieren, können sie nicht glauben, wie so etwas aus ihren Bohnen entstehen kann. Trotzdem möchten sie weiterhin ihre traditionelle heisse Schokolade jeden morgen trinken, so wie es schon ihre Urahnen taten.

chocri verwendet ausschließlich Schokolade aus fairem Handel und BIO Qualität, um sowohl das Leben der Menschen in Kakaoanbaugebieten Lebenswert zu machen, als auch den Premium-Geschmack zu garantieren. Nur Kakao, der mit viel Liebe und Fürsorge und unter fairen Bedingungen angebaut und weiterverarbeitet wurde, ist wirklich ein Genuss. Deswegen unterstützt chocri seit seiner Gründung den gemeinnützigen Verein DIVKindER, der es sich zur Aufgabe gemacht hat Kindern an der Elfenbeinküste, dem größten Kakaoexporteur der Welt, Verpflegung und eine Ausbildung zu ermöglichen. Mehr über DIVKindER erfahrt ihr hier und alles zu unseren Projektgebundenen Spenden könnt ihr hier nachlesen.

Wir hoffen, wir konnten euch einen kleinen Einblick in die Welt der Schokolade geben konnten.

Euer chocri-Team

PS: Wenn ihr jetzt Lust habt, Schokolade selber zu machen, probiert es doch einfach aus.


2 Kommentare

  1. Marco 04.03.2010 um 21:09
    "Ich muß sagen ich finde es klasse, zu wissen woher Ihr Eure leckeren zutaten für die Chocri-leckereien her bekommt."
    "Es ist echt lobens wert das Ihr das hier so toll macht"
    Ich werte Euch auf jedenfall weiter empfehlen und auch weiterhin viel viel viel Leckere Chocri bei Euch bestellen.

    Macht weiter so , ich wünsche Euch viel erfolg weiterhin.
    Lg Marco aus Coburg
  2. Freak 15.03.2010 um 18:42
    Supi lecker eure Schokolade!

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