Warum kann man Schokolade eigentlich so schlecht widerstehen? Kaum nimmt man sich vor, höchstens zwei oder drei Rippen einer Schokoladentafel zu naschen, greift man schon wieder zur bereits zurückgelegten Tafel, um den zarten Schokoladenschmelz zu fühlen. Gleichzeitig stellt sich beim Verzehr ein warmes Gefühl von Zufriedenheit und eine gewisse Euphorie ein. Stimmt es also, dass Schokolade glücklich macht? © bonninturina - Fotolia.com

Schon die Maya und Azteken hielten Kakaobohnen für eine "Speise der Götter“ und verehrten sie beinahe andächtig. Mit Schokolade verbanden sie bereits in der Antike Leidenschaft, Kraft und Vergnügen. Zweifellos ist Schokolade auch heute noch ein echtes Vergnügen, ein Genuss, dem man nur zu gerne nachgibt.

Drei Substanzen mit eindeutiger Wirkung


1. Tatsächlich ist nachgewiesen, dass Schokolade die gleiche chemische Substanz enthält, die bei verliebten Paaren im Gehirn freigesetzt wird. Es ist das Phenylethylamin (PEA). Dieser Stoff gehört zu den Endorphinen, den sogenannten Glückshormonen, und hat eindeutig eine stimulierende Wirkung.

2. Die Kakaobohnen wirken ähnlich wie unser körpereigener Stoff Anandamin, der wie eine Droge die Euphorie und Empfindsamkeit steigert. Und diesen Zustand zu erreichen, müsste man jedoch ungeheuer große Mengen von kakaohaltigen Produkten zu sich nehmen.

3. Außerdem gelangt die Aminosäure Tryptophan in Verbindung mit Zucker deutlich leichter ins Gehirn, wo sie dafür sorgt, dass verstärkt Serotonin als Botenstoff für gute Laune ausgeschüttet wird.

Schokoladengenuss ohne Schuldgefühle

Zumindest kurzzeitig erzeugt der Verzehr von Schokolade eine Befriedigung, was beim Essen von Obst beispielsweise nicht der Fall ist. Zwar geht der Hunger beim Verzehr beider Produkte ähnlich stark zurück, doch nur Schokolade ist in der Lage, die Stimmung aufzuhellen. Teilnehmer einer Studie fühlten sich im Vergleich energiegeladener und entspannter. Schokolade ist aber nur ein echter Stimmungsaufheller, wenn man sie aus reinem Genuss verzehrt. Schuldgefühle machen diesen Effekt wieder zunichte. Auch Schokolade gegen Depressionen zu essen, macht überhaupt keinen Sinn. Sie wirkt zwar auf das gleiche neurologische Zentrum wie Serotonin, doch man müsste unendlich viel davon essen, um seine Depressionen tatsächlich loszuwerden.

Schokolade, fast schon Medizin

Schokolade hat auf den Körper aber auch noch andere positive Wirkungen. Sie enthält Polyphenole, die den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen können. Außerdem verbessern Polyphenole die Elastizität von Blutgefäßen und können sogar vorbeugend gegen Krebs wirken. Gerade dunkle Schokoladensorten enthalten wesentlich mehr dieser Substanzen als hellere. Allerdings müsste man täglich mindestens 100

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Gramm Schokolade essen, um den beschriebenen gesundheitsfördernden Effekt zu erzielen. Und das kann auch für den größten Schokoladenliebhaber eventuell ein wenig zu viel sein. Schokolade macht tatsächlich glücklich.
Wer Schokolade mit Vergnügen und ohne Schuldgefühle nascht, wird mit einem Glücksgefühl belohnt. Trotzdem stellen sich Schokoladenliebhaber immer wieder die Frage, ob Schokolade dick macht. Zweifellos hat Schokolade viele Kalorien, eine 100-Gramm-Tafel immerhin zwischen 400 und 600 Kalorien. Doch isst man diese Süßigkeit mit Bedacht, braucht man sich keine Sorgen machen. Schokolade alleine verursacht kein Übergewicht. Es müssen immer mehrere Faktoren zusammenkommen, bis sich wirklich Übergewicht einstellt. Meistens sind zu wenig Bewegung und unausgewogene Ernährung schuld am überflüssigen Gewicht.


2 Kommentare

  1. Hansen 13.02.2013 um 13:09
    schöner beitrag, aber leider ist gute schokolade schon sehr teuer. aber wir geben lieber gelegentlich mehr geld für einen herzhaften genuss aus, statt günstige und minderwertige süsstafeln zu kaufen. die machen nur satt und schmecken wirklich nicht.
  2. Torsten 20.02.2013 um 10:54
    Ja, dieses Produkt hat schon irgendwie ein magische Wirkung. Hat man einmal einen Schokoriegel im Schrank entdeckt und konnte widerstehen, so erinnert man sich doch im Unterbewusstsein immer wieder daran, dass da noch ein Stückchen liegt. So lange bis es letztendlich gegessen wurde.
    Sollte man kleinen Kindern auch Schokolade geben? Ich finde schon, alles andere wäre meiner Meinung nach ziemlich realitätsfremd. Man muss nur ein gesundes Mittelmaß finden.

    Gruß
    Torsten

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