Weiter geht es in unserer chocri-Blog-Schokoladen-Reihe mit der Tafelkreation „Family-Chocolate“ von Andrea Marquetant. Wir sprachen mit ihr über ihren Blog „Zucker im Salz“, über ihr Faible für die Food-Fotografie und über die nach ihrem Geschmack perfekte Komposition einer echten „Family-Chocolate“.

Andrea Marquetant von Zucker im Salz chocri: Kam Deine Leidenschaft für die Food-Fotografie vom Backen und den schönen Ergebnissen? Oder backst Du, um schöne Motive für Deine Food-Fotografie zu inszenieren?
Andrea Marquetant: Also so habe ich die Frage echt noch nie gestellt bekommen. Hhhmmhh, das find ich jetzt aber mal super spannend. Da muss ich mit erst einmal Gedanken machen. Gestartet bin ich ja mit der People Fotografie, die ich auch bis heute mache, und irgendwann zwischendurch hab ich mit meiner Kamera einfach mal aus Spaß auf alles Essbare in meiner Umgebung draufgehalten. Dann hab ich gemerkt, dass mir das total viel Spaß macht und hab angefangen bewusst Set‘s aufzubauen und kleine Geschichten zu inszenieren. Für euch hab ich mich auch nochmals in die Tiefen meines Computers gestürzt und mein allererstes bewusstes Food-Foto rausgesucht. Klingt zwar unromantisch, vor allem im Gegensatz zu so etwas Sinnlichem wie Schokolade, aber es waren Spagetti Bolognese (schmunzelt). Ich war in der Folge völlig fasziniert davon und bin es bis heute geblieben, dass man Essen auch völlig anders und sexy fotografieren kann. Ich hab mich jedes Mal wie ein kleines Kind über die Ergebnisse gefreut. Heute entsteht ein Blogbeitrag dadurch, dass ich mir als erstes eine Farbe oder eine Farb-Kombi überlege, die ich schön finde. Dann überlege ich, welche Arten von Essen dazu passen und wie ich sie in einem Rezept verarbeiten kann. Und dann rattert es auch schon ganz wild in meinem Kopf und ein Foto-Set entsteht samt einer Geschichte, die ich damit verbinde. Übrigens Jaaaa – mit vier A - die Story´s auf meinem Blog sind alle echt und wirklich so passiert. Am allerschönsten finde ich, wenn am Ende die Ergebnisse - also die Fotos und das Rezept - genau so geworden sind, wie sie sich als allererstes in meinem Kopf vor meinem geistigen Auge offenbart haben.

chocri: Deine Interessen sind sehr vielfältig und reichen von Dekorieren und Backen über Fotografieren bis hin zur Musik. Finden sich diese Interessen auch in Deinem Beruf wieder?
Andrea Marquetant: Da muss ich endlich mal nicht so weit ausholen (lacht): Nö tun sie nicht! Mein Beruf, der an dieser Stelle einfach mal inkognito bleibt, beinhaltet völlig andere Dinge. Das ist auch gut so. Ich bin sehr gerne dort, wo ich bin und genieße es, in einem nicht künstlerischen Umfeld zu arbeiten und meine Brötchen zu verdienen. Dieses „normale“ Umfeld gibt mir so viel Ausgleich, dass ich andererseits wieder viel neuen Input und frische Ideen gewinne, die ich dann in meine Musik - z.B. beim Songwriting - oder beim Fotografieren - ich liebe auch die Street-Fotografie - und natürlich beim Backen einfließen lassen kann.

chocri: Du schreibst, dass Du Dir mit deinem Blog „Zucker im Salz“ einen lang gehegten Traum erfüllt hast. Was ist für Dich das Tolle am Bloggen?
Andrea Marquetant: Dass ich es tatsächlich schaffe, meine Sprache, meine Schreibweise und meinen Humor so auszudrücken, dass es die Leser verstehen und mit mir lachen und auch meine Missgeschicke nachfühlen können. Da ich schon immer mehr oder weniger viel geschrieben habe - zwar nur so für mich, z.B. Kurzgeschichten - war es sehr befreiend, mal wirklich so frei Schnauze drauflos zu schreiben und vor allem auch von den Lesern so angenommen zu werden. Ohne Punkt und Komma und immer voller Drang etwas zu bewegen; so bin ich und so ist auch mein Blog. Das Bloggen ist für mich einfach etwas unglaublich Tolles und auch Befreiendes.

chocri: Du hast uns verraten, dass Deine Schokoladenkreation große und lustige Diskussionen in Deiner Familie ausgelöst hat. Ist jetzt „von jedem etwas“ dabei? Oder was hat Dich zu Deiner Schokolade inspiriert?
Andrea Marquetant: Also es ist tatsächlich von jedem etwas in die Schokolade eingeflossen: Die weiße Schokolade von meinem Mann, das Karamell und die Bananen von meiner Tochter und ich wollte unbedingt eine Kaffee-Schokolade, somit gehen die Kaffee-Splitter auf meine Kappe. Natürlich stehe ich auch unheimlich auf Karamell, Bananen und weiße Schokolade, aber der absolute Grundgedanke vor meinem geistigen Auge war: Ach jetzt ein Tässchen guten duftenden Kaffee und dazu die perfekte Tafel Schokolade. Ich muss sagen, wenn ich auf „meine“ - wie sich das anhört, ich krieg schon wieder rote Bäckchen (lächelt) - Schokolade beiße, dann kommt als erstes die süße weiße Schokolade auf mich zu, um dann vom schmelzenden Karamell einen sanften Stups zu bekommen, ganz nebenbei schiebt sich heimlich ein vorlautes Stückchen Banane noch vor, um dann genau im richtigen Moment auf die total frechen Kaffee-Splitter zu treffen. Meine „Family-Chocolate“ ist für mich einfach der perfekte Genuss. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle auch nochmals wirklich herzlich dafür bedanken, dass ihr mir ermöglicht habt, meine eigene Schokolade zu kreieren. Dieses „Selbermachen-Können-Ding“ ist wirklich großartig.

chocri: Wir danken Dir liebe Andrea für das Interview und sind von Deiner Schokoladenkreation nicht minder angetan, wirklich sehr lecker. Wir hoffen, dass Du weiterhin und noch lange viel Spaß mit dem Bloggen, Fotografieren, Backen und Musizieren hast. Genieße es!


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