Geschichte der Schokolade


Geschichtlicher Hintergrund der Schokolade

Einer der Hauptbestandteile von Schokolade ist Kakao. Ihr Name leitet sich von der aztekischen Bezeichnung für ein kakaohaltiges Getränk ab. „Xocóatl“ wurde von den Azteken aus Wasser, Kakao, Chili und Vanille zubereitet. Schon die Ureinwohner Lateinamerikas schrieben dem Kakao eine gesundheitsfördernde Wirkung zu. Er galt als kräftigend und diente als Aphrodisiakum. Bis ins 19. Jahrhundert wurde er in europäischen Apotheken für diese Zwecke verkauft. Es wird vermutet, dass die Früchte des Kakaobaums bereits um 1500 v. Chr. von den Olmeken genutzt wurde, die am Golf von Mexico lebten. Um 600 v. Chr. kultivierten die Maya erstmals die Pflanze. Den Maya zufolge war die Kakaopflanze göttlichen Ursprungs. Dem Kakaogott Ek Chuah zu Ehren wurden Feste gefeiert, bei dem Getränke aus Kakao zubereitet wurden. Da Kakao als berauschendes Mittel galt, war es nur Männern vorbehalten. Aztekenkönig Montezuma soll es in großen Mengen konsumiert haben. Kakao war auch ein Zahlungsmittel, wobei eine gute Qualität der Bohnen bedeutend war. Sie mussten eine perfekte Forum und gleichmäßige Farbe haben. Das Gebiet Xoconochco brachte besonders begehrten Kakao hervor.

Christoph Columbus kam zwar bei seinen Entdeckungsreisen mit Kakao in Berührung, er erkannte aber die Bedeutung der Pflanze nicht. Es waren spanische Eroberer, die den Kakao 1528 nach Europa brachten. Schokolade wurde daher zunächst am Spanischen Hof als Getränk genossen, ungesüßt fand sie jedoch wenig Anklang. Erst Rohrzucker und Honig machten aus ihr ein beliebtes Genussmittel. Im 17. Jahrhundert wurde Kakao zum ersten Mal in Bremen ausgeschenkt. Der Handel mit größeren Mengen an Bohnen erblühte jedoch erst im 18./19. Jahrhundert. Kakao war kostbar und teuer, und somit nur für den Adel erschwinglich.

Bald jedoch sollte auch die restliche Bevölkerung in den Genuss kommen. Das Pressen der Bohnen, das Abspalten von Kakaobutter und das Zermahlen zu Pulver veränderten die Herstellung enorm. Die Verwendung von billigeren Sorten aus Amazonien machte sie zudem günstiger. Im englischen Bristol entstand die erste europäische Schokoladenfabrik. „Fry & Sons“ vermischte 1847 das Kakaopulver erstmals mit Zucker und Kakaobutter, anstelle von Wasser. Das Ergebnis war eine zähe Masse, die in Formen gegossen wurde. So wurde die Tafelschokolade erfunden.

Die „Halloren Schokoladenfabrik“ gilt als älteste in Deutschland. Im frühen 19. Jahrhundert entstanden weitere Schokoladenfabriken in Dresden und Köln, doch sie sollten nicht die einzigen bleiben. Bis zum Ende des Jahrhunderts setzten zahlreiche Fabriken, Confiserien und Chocolaterien in Deutschland und in der Schweiz auf den unaufhaltsamen Trend, der bis heute nicht mehr zu bremsen ist.