Muttertag – der Feiertag zum Dank für die emsigen Mütter

Was den Muttertag ausmacht, seine Bedeutung und sein Ursprung


Der ursprüngliche Funke zu diesem Feiertag ist sehr viel älter als man denkt. Streng genommen reicht der Ursprung des Muttertags mindestens bis in die Antike zurück. Deshalb gleich mal vorweg zwei Richtigstellungen: Der Muttertag ist weder eine Erfindung der Blumenindustrie noch der Nationalsozialisten. Beide haben den Muttertag zwar für ihre Zwecke genutzt und haben sogar einen gewissen historischen Anteil daran, dass sich der Muttertag in Europa bzw. Deutschland etabliert hat.

Am zweiten Sonntag im Mai – am Muttertag – sagen wir Kinder unseren Müttern gerne mit Blumen, Schokolade und Geschenken lieb Dankeschön

Ihre Gründerväter oder Eltern sind sie allerdings nicht. Doch bevor wir uns den Themen und dem Wissen um Ursprung, Bedeutung und Geschichte des Muttertags zuwenden, erst einmal etwas zum zeitgenössischen Brauchtum. Am Muttertag heutzutage danken die Kinder ihren Müttern. Mutterschaft bedeutet viel Arbeit und unendlich viel Liebe. Das ist auf jeden Fall mal einen gesonderten Dank und ein paar schöne Muttertagsgrüße wert.

“Mama ist die Beste! Das wissen alle Kinder.“

Den Brauch des Muttertags finden wir in Deutschland seit etwa 80 Jahren. Im Zentrum steht die Dankbarkeit. Es geht an diesem Tag darum, der Mutter seine Zuneigung zu bekunden und seiner Liebe zur emsigen Mama tiefen Ausdruck zu verleihen. Geschenke zum Muttertag gehören dabei zum guten Ton. Die meisten Söhne und Töchter schenken ihrer Mama zum Muttertag häufig Blumen, Schokolade und Pralinen.

Kleinere Kinder schenken der Mutti aber auch gerne einfach mal was Selbstgebasteltes. Da steckt zwar weniger Umsatzpotenzial für den Feiertag der Blumenhändler drin, dafür aber umso mehr Liebe. Ein selbstgemaltes Bild von der Lieblingsblume der Mutti zum Beispiel, ein mit Buntstiften illustriertes hübsches Muttertagsgedicht oder ein schräg zusammengeklebtes Halb-Origami, das eigentlich etwas ganz anderes werden sollte. Egal, was zählt ist der Gedanke!

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Wer erfand den Muttertag?


Die Wurzeln des Ursprungs des Muttertags reichen sehr weit zurück. Konsens unter den Forschern scheint zu sein, dass sich Feiertage zu Ehren der Mütter gesichert bis zu den Verehrungsritualen der Göttin Rhea im antiken Griechenland und dem Kybele- oder Attiskult bei den alten Römern zurückverfolgen lassen. Das sind natürlich nicht die ältesten Muttergottheiten. Schon seit Menschengedenken ehren viele Kulturen die Mutter als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit.

Ebenso gut könnte man die Herkunft des Brauchs vom Muttertag also beispielsweise bis zur keltischen Fruchtbarkeitsgöttin Brighid, zur Erdgöttin Jörd aus der nordischen Mythologie oder zur Muttergöttin Hannahanne der uralten Hethiter-Kultur aus Kleinasien ausweiten. Besonders niedlich aus Kindersicht wäre der Verweis auf die alten Hethiter zudem, da diese Muttergöttin eine charmante Helferin hatte: eine Biene. Viel mütterlicher und fruchtbarer geht es kaum.

„Etwas für Mütter zu finden und zu erfinden, ein Datum und ein Anlass zum Teilen und sich mitzuteilen. Ein Tag für die, die ihre Tage meist den anderen widmen. So entstand der Muttertag.“

Direkt geht der moderne Muttertag von heute auf die anglo-amerikanische Frauenbewegung zurück. 1865 rief die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis eine Mütterbewegung ins Leben, die sie „Mothers Friendship Day“ betitelte. An sog. „Mother Day Meetings“ organisierte Ann Maria Jarvis den Rahmen dafür, dass sich Mütter zu aktuellen Mutterthemen austauschen konnten. Auch in Europa entstanden vergleichbare Bewegungen, die alle zusammen 1890 letztendlich in der Gründung des „Internationalen Frauenrates“ mündeten.

Schon 1909 wurde der Muttertag in 45 Bundesstaaten der USA gefeiert. Rasch folgte der US-Kongress ebenfalls dem Ansinnen. 1914 erklärte US-Präsident Wilson jeden zweiten Sonntag im Mai zum nationalen Feiertag. Der Muttertag stand seitdem fest im Kalender. Rasant verbreitete sich die Idee weiter. Nach Großbritannien folgten die Schweiz (1917), Finnland und Norwegen (1918), Schweden (1919) und schließlich Deutschland (1923) und Österreich (1924). Heute feiert man den Muttertag auf der ganzen Welt.

Was haben Blumenhandel und Nationalsozialisten mit der Erfindung des Muttertags zu tun?


Vereinfacht ausgedrückt: Diese beiden oft kolportierten Legenden und Mythen haben zwar einen gewissen Bezug und Beitrag zur Verbreitung und Popularisierung des Muttertags geleistet. Erfunden hat den Tag jedoch keiner von beiden. Der Muttertag ist weder eine Erfindung der Blumenindustrie noch eine Schöpfung der deutschen Nazis.

Der wahre Krumen an der Beteiligung des Blumenhandels ist zum Beispiel lediglich der, dass diverse Floristik-Organisationen den aus Amerika importierten Feiertag gerne in Europa willkommen hießen. Sie unterstützten seine Etablierung nachhaltig und aus nicht ganz uneigennützigen Zwecken durch reichlich Werbung. Durchaus mit Erfolg aus heutiger Sicht. Der Muttertag ist für die deutschen Blumenhändler der mit Abstand umsatzstärkste Feiertag jedes Jahr.

„Der Muttertag wurde oft vereinnahmt, hat manchen reich gemacht, wurde aber nie auf Dauer erobert. Heute gehört dieser Sonntag im Mai allein den Müttern. Zurecht!“

So gesehen kann man von interessengesteuerter Vereinnahmung sprechen, nicht aber von Erfindung. Ähnliches gilt für das Märchen, die Nationalsozialisten hätten der Muttertag erfunden. Auch sie haben ihn lediglich vereinnahmt, nur nicht aus kommerziellen Interessen, sondern zu Propagandazwecken. Feiertage wie dieser kamen ihrer völkischen Ideologie wie gerufen, die Rolle der Frau auf ihre Gebärfähigkeit zu reduzieren. Obwohl gerade dieser Missbrauch sicher nicht in der ursprünglichen Idee zu finden war.

Deshalb erklärten die deutschen Faschisten den Muttertag, der aus der Frauenbewegung entstand und durch geschäftstüchtige Blumenhändler hierzulande längst etabliert war, 1934 zum nationalen Fest. Sie trieben es sogar soweit, drei Millionen deutscher Frauen am Muttertag 1939 das sog. „Ehrenkreuz der deutschen Mutter“ für besondere Gebärleistungen zu verleihen. Ab vier Kindern gab’s die Medaille in Bronze, ab sechs Kindern in Silber und ab acht und mehr Kindern in Gold.

Sind Frauentag und Muttertag dasselbe?


Nein, Frauentag und Muttertag sind nicht dasselbe. Der Muttertag geht wie dargestellt auf die US-amerikanische Frauenbewegung und vor allem die Mutterbewegung ab der späten Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Etwa um dieselbe Zeit fanden sich weltweit ähnliche Strömungen, oft sogar überschneidende Bewegungen. Bei denen stand allerdings primär nicht die Mutterrolle im Fokus, sondern ganz allgemein die Rechte der Frau.

Es ging in erster Linie um Gleichberechtigung, um das Wahlrecht für Frauen und um die wachsende Emanzipation insbesondere von Arbeiterinnen. Bis heute ist dieser Prozess lebendig. Gleichberechtigung und Frauenrechte sind nach wie vor als Thema top aktuell. Wo der Muttertag die Tradition ehrt, soll der Frauentag für den Fortschritt eintreten. Mit Erfolg unterwegs für Frauenrechte waren zunächst sozialistische und kommunistische Frauenbewegungen.

„Frauentag ist jedes Jahr am 8. März und Muttertag stets am zweiten Sonntag im Mai. Weshalb? Weil Frauen eben so viel mehr sind als nur Mütter!“

Die deutsche Sozialisten Clara Zetkin schlug 1910 auf der „Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz“ in Kopenhagen die Einführung eines sog. „Internationalen Frauentages“ vor. Damit nahm sie direkt eine Idee der damaligen „Sozialistischen Partei Amerikas“ aus dem Jahr 1908 auf. Ein kleiner Feiertag, der 1909 sogar erstmals schon in den Vereinigten Staaten gefeiert wurde. Der Kampf der Frauen gewann immer mehr Unterstützer.

Erste echte nationale Frauentage fanden dann am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz statt. Ab 1921 wurde das Datum des „Internationalen Frauentages“, heute auch „Weltfrauentag“ genannt, durch Beschluss der „Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen“ in Moskau auf den bis dato gültigen 8. März im Kalender fixiert. In vielen Ländern der Welt ist der Tag bis heute nationaler Feiertag.

Kleine Typologie der Arten von Müttern


Wenn Du zum Muttertag mit dem Muttertagsgeschenk alles richtig machen möchtest, lohnt sich abschließend vielleicht noch ein kurzer Blick auf die verschiedenen Arten von Müttern. Manche Mutter ist ein Paradebeispiel eines solchen Typs, ein Prototyp. Die nächste vereint eher Merkmale mehrerer Typen in sich.

Wie auch immer, ob in Reinform oder gemixt, sicher wirst Du hier und da ein bisschen Deine Mama wiedererkennen. Und wer seine Mama gut kennt, kann sie auch schön überraschen. Wissen erleichtert das passende Geschenk und lässt den Muttertagsgruß bestens gelingen. Wer seine Mutti kennt, kann sie besser glücklich machen.

Die 6 häufigsten Muttertypen:


  • Übermutter: Für die Übermutter ist die Mutterschaft nicht nur eine Aufgabe, sondern eine Mission. Es ist mehr als nur ein Lebensabschnitt. Es ist ihre Berufung und ihr Hobby. Für ihre Rolle als Mutter stellt diese Frau alle persönlichen Bedürfnisse zurück. Stöckelschuhe, Partymaus, eigene Hobbys – alles Geschichte. Draußen ist Deutschland, drin ist Mamaland. Kinder haben es in einer solchen Mutter-Kind-Beziehung anfangs oft wie im Paradies.

    Wenn etwas runterfällt, ist es Sekunden später aufgeräumt. Feuchttücher für kleine Unfälle sind stets in Reichweite. Aber der Humor bei Grasflecken ausgerechnet in der Hose vom Sonntag hört leider ebenso ziemlich schnell auf. Übermütter sind Perfektionisten. Bekannt sind sie heute als Helikopter-Mamas. Nur den Blick für alles, was über diese Rolle hinausreicht, verlieren sie ein wenig. Das stellt sich in späteren Stadien der Eltern-Kind-Beziehung zuweilen als problematisch heraus.

  • Mecker-Mama: Die überkritische Mama stellt hohe Ansprüche an sich selbst und noch höhere an ihre Kinder, jeden Tag. Das Delta dazwischen wird ihr oft gar nicht bewusst. Diese Mutter will wie alle Mütter zwar nur das Beste für ihr Kind. Allerdings gibt sie ihrem Nachwuchs häufig und deutlich zu verstehen, dass das Beste quasi unmöglich zu erreichen ist. Nichts kann man ihr wirklich recht machen. Sogar Feiertage müssen perfekt ablaufen.

    Das führt nicht ganz überraschend meist irgendwann zu Spannungen in der Mutter-Kind-Beziehung. Je nachdem, wie nachsichtig oder dickköpfig der Kindercharakter ausfällt, hält die Mutter-Kind-Beziehung das besser oder schlechter aus. Ein wenig Umgarnen, Bearbeiten und ein bisschen einfangen mit etwas sanfter Spiegelung ihrer eigenen Handlungen und Aussagen kann helfen. Muss man aber können. Die Mecker-Mama ist eine Herausforderung.

  • Mama-Professorin: Die gebildete und belesene Mama hat sich ganz der Erziehung mit Köpfchen verschrieben. Es gibt keinen Erziehungsratgeber, den sie noch nicht gelesen hat, keine Erziehungsstatistik, die sie noch nicht gedeutet hat und keinen Erziehungstrend, von dem sie nicht weiß. Wissen ist Macht. Alles steht geschrieben oder im Kalender. Nichtwissen macht den Unterschied bei dieser Erziehung.

    Wer sein Kind klug erzieht, bekommt ein kluges Kind. Wenn es dann am Ende doch nicht so klappt, dann muss das Kind eben noch mehr belehrt werden. Mutterschaft ist eine Sache der Qualifikation und Weiterbildung. Dass ein Kind nicht immer nur das Beste braucht, sondern manchmal einfach das Richtige, kann sich diese Mutter nur schwer vorstellen. Sie meint es schließlich gut. Gerne gibt sie deshalb auch Ratschläge an andere, gefragt oder ungefragt.

  • Vatermutter oder Mommaddy: Da die Gesellschaft immer mehr alleinerziehende Mütter hervorbringt, wächst die Zahl der Mütter, die Mami und Papi zugleich sein müssen, immer weiter an. Die Mommady managt alle Rollen innerhalb der Kleinfamilie. Alleinerziehende klagen häufig über die Last der Verantwortung und chronische Zeitnot. Warum hat der Tag nicht 36 Stunden und das Jahr 500 Tage? Doofer Kalender, blöde Uhr…

    Viel mehr genießen jedoch zugleich ihre Selbstbestimmung und Freiheiten in der Kindererziehung. Kinder von Alleinerziehenden sind früher selbstständig und nicht selten auch besser auf die späteren Härten des Lebens vorbereitet. Freilich ohne, dass es ihnen dabei an mütterlicher Liebe gefehlt hat. Kinder lernen bei Vatermüttern wesentlich schneller die Kompetenz zum Kompromiss und die Freude über kleine Dinge.

  • Freundin-Mama: Mit dieser Mutter ist es ein bisschen wie im Märchen – große Schwester, kleine Schwester, trallala. Zumindest könnte Mama auch die große Schwester sein. Die Freundin-Mama kann ohne Probleme mit ihrem Kind in denselben Läden einkaufen, die gleichen Klamotten tragen und überhaupt unternehmen Mutter und Kind das meiste gerne gemeinsam.

    Das Leben ist schön, auch wenn es mal hoch her geht. Die Wohnung muss nicht immer picobello aussehen. Ist die Zeit mal knapp, liefert auch ein Fertiggericht die notwendigen Vitamine und Nährstoffe. Und überhaupt ist ein gutes gemeinsames Erlebnis viel wichtiger als Perfektion. Alles kann improvisiert werden, wenn man zusammen darüber lachen kann. Feiertage sind alle Tage, an denen gemeinsam gefeiert wird. Kalender hin, Kalender her.

  • Prenzl‘berg-Mama: Nicht nur im Berliner Hipster-Szenekiez Prenzlauer Berg gibt es sie immer öfter. Eigentlich trifft man diesen relativ neuen Archetypen von Mutter inzwischen in jedem angesagten Metropolen-Viertel von München über Frankfurt bis Hamburg und Stuttgart. Das gilt für Deutschland wie für die ganze westliche Welt. Manche nennen diese Mutter auch Latte-Macchiato-Mama.

    Frauen von Welt und mit Bildung, in den 30ern, mit großen Netzwerken. Einkaufen geht nur im Bio-Markt, alle Speisepilze sehen dennoch aus wie Champignons und der Kinderwagen kostete das Äquivalent eines Jahres Kindergeld. Noch schlürfen der kleine Jarvis und die süße Anna ihr Glas Milchschaum im Kreativ-Café neben Mama. Schon bald werden sie vielleicht eben so ein relativ hohes Maß an Life-Work-Balance (in der Reihenfolge) leben wollen. Sonntag geht auch schon ab Freitag.

Wie auch immer Deine Mutter sich in diese Typologie einordnet: Womöglich ist sie ja auch ein Zwischentyp mehrerer Kategorien – sie hat Dich lieb! Und wie einfach oder kompliziert es mit ihr manchmal auch ist – Du hast nur eine Mama! Ehre sie und versuche wie immer das Beste aus der Situation zu machen. Es gibt keine Alternative zum Glücklichsein, zumindest keine, die glücklich macht. Deshalb mach Deine Mama zum Muttertag recht fröhlich und glücklich!