Osterbräuche – Ostern mit Tradition und Spaß für Kinder und Familie

Tolle Osterbräuche: Mehr als nur Symbole, wenn man ihre Bedeutung kennt!


Ostern ist in Deutschland und weltweit nicht nur ein Fest Christen und Kirche. Vor allem ist Ostern ein Fest für die ganze Familie. Gemeinsam verbringen Kinder, Eltern und Großeltern eine schöne Zeit. Liebevoll pflegt man alte Traditionen. Der Osterhase, die Ostereier, das Osterfeuer oder ein leckeres Osterbrot sind dabei nur einige sehr populäre Bräuche aus einer Vielzahl an Traditionen.

Ostereier färbern und bemalen: Das macht vielen Kindern und Erwachsenen einen Riesenspaß!

Der Frühling naht und Ostern steht vor der Tür. Kinderherzen schlagen höher. Doch warum färben wir zu Ostern die Eier bunt oder bemalen die Eier? Hat das was mit der Ostergeschichte zu tun oder gerade gar nicht? Und warum bringt und versteckt ausgerechnet ein Hase – der Osterhase – die Ostereier und nicht etwa das Osterhuhn? Kann das Langohr besser Eier legen als ein Vogel oder was?

„Viele Bräuche zu Ostern füllen das Osterfest erst so richtig mit Leben und Freude. Das wohnt auch jedem einzelnen Osterbrauch, so verschieden er sich äußert, im Grunde inne: pure Lebensfreude!“

Diesen und vielen anderen Fragen wollen wir hier ein wenig auf den Grund gehen. Antworten, Ideen und ebenso Tipps für Erwachsene und Kinder sollen dabei nicht zu kurz kommen. Da es allerdings eine gigantische Vielzahl an Osterbräuchen gibt, konzentrieren wir uns auf die beliebtesten unter ihnen. Und darauf, was sie im Kern ausmacht. Jeden Osterbrauch bis ins kleinste Detail zu beleuchten, würde nämlich schlicht den Rahmen sprengen.

Einen guten Überblick solltest Du Dir hier aber verschaffen können. Zu den drei beliebtesten Bräuchen – Osterhasen, Ostereiern und dem Versenden herzlicher Ostergrüße – haben wir zur Vertiefung Deines Osterwissens oder zur Inspiration zudem noch jeweils einen ausführlichen Extra-Artikel in petto. Dort kannst Du gerne noch weiterlesen zu diesen Top-Bräuchen und mehr erfahren.

12 Osterbräuche in Deutschland, die sehr beliebt sind


Wenn Du die Geschichte und Bedeutung vieler beliebter Osterbräuche erst einmal ein wenig besser kennst, wirst Du vielleicht bemerken, dass es häufig nicht die eine klare Herkunft gibt. Etliche Osterbräuche haben sowohl einen tief religiösen, christlichen Hintergrund wie auch eine weltliche oder heidnische Herleitung.

Zum Osterfest scheinen sich im Lauf der Jahrhunderte viele Traditionen irgendwie miteinander vermengt zu haben. Der eine ließ sich vom Symbol des anderen inspirieren und letztlich lud es jeder mit seiner passenden Symbolik auf. Und da sich Traditionen und Bräuche im Laufe der Zeit nicht nur weiterentwickeln, sondern auch in der Gunst der Beliebtheit steigen oder sinken können, haben wir diese Bräuche einfach in alphabetischer Reihenfolge geordnet (von A-Z).

Brauch #1: Das Osterbrot

*christliche Tradition

Osterbrot

Osterbrot

Das Osterbrot backen, essen und genießen. Das gehört wie auch die traditionellen Formen von Osterlamm oder Osternest zum Brauch des Fastenbrechens. Und wie der Name schon sagt, handelt es sich um Gebäck.

Klassisches Osterbrot ist laut der in Deutschland häufig verwendeten Rezepte meist aus einem Hefeteig mit Rosinen hergestellt. Viele bestreuen das Brot bzw. den Fladen obendrein mit Hagelzucker. Da schmeckt der Osterbrunch gleich doppelt lecker.

Bis heute hat sich in vielen ländlichen Regionen zusätzlich der wunderbar ergänzende Osterbrauch erhalten, dass junge Menschen aus der Gemeinde am Karsamstag den alten und kranken Gemeindemitgliedern ein frisches Osterbrot vorbeibringen. Zusammen feiern heißt das Motto.

Brauch #2: Die Ostereier

*christliche Tradition und zugleich heidnischer Osterbrauch

Ostereier

Ostereier

Ostereier ausblasen, färben und bemalen ist neben der Begrüßung des Osterhasen ebenso Pflicht zu Ostern. Der Brauch gehört zu den ältesten bekannten Osterbräuchen. Ob der Ursprung dieses Brauches im christlichen Glauben verwurzelt ist, ist eher zweifelhaft. Denn wie etliche Quellen belegen, ist das Färben von Eierschalen jedenfalls älter als die christliche Tradition.

Frühe Christen haben den Brauch jedoch adaptiert und ebenso schon gepflegt. Eier galten seinerzeit als Symbol für die Auferstehung Jesu Christi. Allerdings färbten diese frühen Christen die Eier ausschließlich rot. So wiesen sie auf das Blut hin, welches der Heiland am Kreuz für die Menschen vergossen hatte.

Das alljährliche DIY Projekt, mit den Kindern die schönsten Ostereier selber zu basteln, gehört heute zu jedem Osterfest. Zig verschiedene Färbetechniken, Arten der Bemalung durch Pinsel, Stift oder Einritzen machen aus jedem Osterei ein echtes Unikat. Es gibt sogar Museen und Heimatvereine, die sich ganz dem Thema Osterei widmen.

Brauch #3: Das Osterfeuer

*heidnischer Brauch

Osterfeuer

Osterfeuer

Gleichwohl die Liturgie der Kirche sie kennt und schätzt, sind Osterfeuer eindeutig heidnischen Ursprungs. Der beliebte Brauch hat germanische Wurzeln. Erstmals bekannt wurden Osterfeuer der katholischen Kirche in der Mitte des 8. Jahrhunderts nach Christus.

Die missionierten Germanen hielten einem Briefwechsel zwischen dem Missionar Bonifatius und dem Papst Zacharias zufolge nämlich hartnäckig an einer heidnischen Gepflogenheit fest. Osterfeuer waren den Christen damals noch nicht geläufig. Das hat sich freilich längst geändert, vor allem auf dem Land. Heute gehören Osterfeuer wie selbstverständlich zur Liturgie dazu, die wie folgt aussieht:

In der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag versammelt sich die Gemeinde am Feuer. Pfarrer, Pastor oder Priester entzünden an den Flammen die Osterkerze. Die wird dann in die dunkle Kirche getragen. Sie symbolisiert das helle Licht von Jesus Christus Auferstehung. Praktischerweise werden beim Osterfeuer oft auch noch die Reste heiliger Öle aus dem Vorjahr verbrannt.

Brauch #4: Die Ostergrüße

*moderner populärer Osterbrauch

Ostergrüße

Ostergrüße

Liebe und fröhliche Osterwünsche an seine Lieblingsmenschen versenden. Das ist zwar erst ein relativ junger Brauch zu Ostern. Aber dafür ist diese Tradition nicht minder lebendig. Und sie entwickelt sich nicht minder lebendig weiter. Osterwünsche und Ostergrüße liegen schwer im Trend. Mit einem gewissen Paradigmenwechsel versteht sich.

Wo es früher noch die handgeschriebene Osterkarte war, die mit Brief und Porto zum Empfänger musste, ist es heute häufig der liebe Gruß per Mail oder WhatsApp. Ohnehin hat die digitale Kommunikation die analoge in der Osterzeit längst weitgehend abgelöst. Der kulturelle und technologische Strukturwandel macht auch vor Ostern nicht Halt.

Doch ganz gleich, ob selbst gebastelte Karte oder lustiges Bild mit Sinnspruch über den Messenger oder via Social Media. Wichtig ist vor allem das Signal, an seine Lieblingsmenschen mit einem Ostergruß aktiv gedacht zu haben.

Brauch #5: Der Osterhase

*Herkunft des Brauchtums nicht ganz geklärt

Osterhase

Osterhase

Ostern ohne Osterhasen, das wäre wie Weihnachten ohne Weihnachtsmann: UNDENKBAR! Am Ostersonntag hoppelt das traditionelle Langohr von Garten zu Garten oder zumindest von Balkon zu Balkon. Dort versteckt das tiergewordene Ostermotiv bunte Ostereier und kleine Geschenke.

Oft sind die Geschenke und Süßigkeiten aus Schokolade. Warum es aber ausgerechnet Hasen sind, die die Ostereier bringen, darüber gibt es diverse Legenden. Christliche Erklärungen sind ebenso dabei wie heidnische Ursprungsdeutungen. Hasen sind wie auch Eier in jedem Fall klassische Symbole der Fruchtbarkeit.

Hasen gehören zu den Tieren, die im Frühjahr schon ihre ersten Jungen zur Welt bringen – die sog. Märzhasen. Außerdem bringt ein Hasenweibchen gar mehrmals im Jahr Nachwuchs zur Welt, bis zu 20 Junge pro Wurf. Viel fruchtbarer geht es im Tierreich – dem Reich, aus dem alle Fabelwesen stammen – kaum.

Brauch #6: Die Osterkerze

*christlich zelebrierte Sitte mit heidnischem Ursprung

Osterkerze

Osterkerze

Die Osterkerze, die hierzulande wie schon erwähnt gerne am Osterfeuer entzündet wird, ist eine sehr alte Tradition zu Ostern. Die ältesten schriftlichen Überlieferungen reichen bis ins 4. Jahrhundert nach Christus zurück. Der Brauch, der inzwischen als urchristlich angesehen wird, geht dennoch auf einen heidnischen Ursprung zurück.

Traditionell steht die Osterkerze in einer Linie mit dem uralten Ritus des Brandopfers. Schon weit vor der Antike waren Brandopfer beliebte rituelle Elemente. Die Deutung der Osterkerze ist dafür eine sehr eigene. Im „reinen Leib“ der Kerze aus seinerzeit teurem gebleichtem Bienenwachs erkannten die Gläubigen ein Sinnbild für die Menschlichkeit Jesu Christi und für seinen in weiße Leinen verhüllten Leib bei der Grablegung.

Dementsprechend sollte sich die Flamme der Osterkerze nicht mehr von übelriechenden Tierfetten nähren, sondern von aromatischen Extrakten wie eben von Bienenwachs oder besonderen beigemengten pflanzlichen Ölen. Zur Lichtfeier der Osterkerze stimmt die Gemeinde in der Kirche den österlichen Lobgesang an, das sog. „Exsultet“. Der hymnenartige Gesang ähnelt einer gesungenen Rede und gilt als Vorgebet, die das darauffolgende Hochgebet eröffnet.

Brauch #7: Das Osterlamm

*christliche Tradition

Osterlamm

Osterlamm

Beim Osterlamm gilt die christliche Herkunft als gesichert. Auch wenn die Christen einmal mehr nicht die allerersten waren, die dieses Symbol im Ursprung als rituelles Motiv verwendet haben. Seit Jahrtausenden werden Lämmer in verschiedenen Religionen den Göttern als Opfer dargebracht.

Im heiligen Buch des jüdischen Propheten Jesaja etwa wird die Gestalt eines Märtyrers mit einem Lamm verglichen, welches verstummt, bevor es getötet wird. Auch die ersten Christen haben im Motiv des Lamms Jesus Christus wiedererkannt, der für sie unschuldig am Kreuz starb, bevor er dem Grab wieder lebendig entstieg.

Aus dem Opferlamm wurde mit dem Osterlamm ein Motiv des Ostersieges. Das Symbol hat sich bis heute als beliebtes Gebäck erhalten. Immer häufiger versteckt mittlerweile auch der Osterhase kleine süße Schoko-Lämmchen für die Kinder im Ostergras oder Osternest. Zum freudigen Fastenbrechen eignen sich beide Leckereien gleichermaßen ausgezeichnet.

Brauch #8: Das Osternest

*christliche Tradition und zugleich moderner populärer Osterbrauch

Osternest

Osternest

Traditionell gebacken wie die Rezepte von anderem Ostergebäck wie etwa von Osterlamm und Osterbrot wird eigentlich auch das althergebrachte Osternest. Es eignet sich ebenso prima zum frohen Fastenbrechen. Vermutlich ist dieser Osterbrauch in vergleichbar früher Zeit aufgekommen wie das Färben, Bemalen und Suchen von Ostereiern, spätestens jedoch mit Auftauchen des Osterhasen.

Längst gibt es parallel aber auch Bräuche, die das Osternest aus Stroh oder Zweigen flechten und mit Gras oder Moos auspolstern. Inzwischen hat diese Form des Osternests sogar die Deutungshoheit gewonnen. Dazu passt auch die moderne Erklärung für städtische Kinder besser, die das Grüne und die Natur nicht direkt vor der Haustür haben: Das Osternest sei da, damit der Hase wisse, wohin er mit den Eiern und Geschenken solle.

Denn dieses hübsche Nest steht als schöne Deko in der Wohnung oder auf dem Balkon. Wirklich einfacher machen Osternester eine verständliche Erklärung des Zusammenhangs aus Hase und Ei allerdings kaum, vor allem nicht für neugierige Kinder. Schließlich weiß jedes Kind, dass man Nester eigentlich weder essen kann, noch dass in ihnen Hasen statt Vögeln leben. Was soll’s? Den Kindern macht’s Spaß!

Brauch #9: Das Osterrad

*heidnischer Osterbrauch

Osterrad

Osterrad

Der regional und lokal ganz unterschiedlich stark verbreitete Brauch des Osterrads steht in direkter Verbindung zum Osterfeuer. Das Osterrad zählt also ebenso zum heidnischen Brauchtum germanischen Ursprungs.

Ist das Feuer fast niedergebrannt und erhellt die daran angezündete Osterkerze bereits die dunkle Kirche mit dem hellen Licht der Auferstehung Jesu, dann werden dieser Tradition zufolge mit Stroh umwickelte Wagenräder am Feuer entzündet.

Im Anschluss rollen die Menschen das brennende Osterrad durch die Straßen der Ortschaft. So vertreiben sie den Winter. Das gleißende rollende Feuerrad symbolisiert die Kraft und Stärke der Sonne, die den schlafenden Frühling wiedererweckt.

Brauch #10: Das Osterreiten

*heidnischer Osterbrauch

Osterreiten

Osterreiter in der Lausitz

Am Ostersonntag geben sie jedes Jahr noch immer vielerorts ein prächtiges Bild ab: die Osterreiter! Die Herren putzen sich zum Osterfest so richtig heraus. Hoch zu Ross künden sie von der frohen Botschaft der Auferstehung des Herrn Jesu Christi.

Stattlich sehen nicht nur die Osterreiter aus. Wunderschön herausstaffiert sind zur Osterzeit auch die Pferde. Sie feiern quasi mit. Diese Tradition wird vor allem im Land Brandenburg im Spreewald gepflegt. Kein Wunder, geht der Brauch doch auf einen sorbischen Ursprung zurück.

Durch etliche Gemeinden vom Umland Berlins, weiter runter in die Lausitz nach Cottbus und bis hinein nach Sachsen ziehen die Osterreiter stolz und längst nicht mehr nur durch den Spreewald. Historische Routen wie etwa die von Bautzen nach Radibor oder die von Ralbitz nach Wittichenau werden seit Jahrhunderten bis heute beritten.

Brauch #11: Der Osterspaziergang

*christliche Tradition und zugleich moderner populärer Osterbrauch

Osterspaziergang

Osterspaziergang

Beim Osterspaziergang denkt fast jeder erst einmal an den Brauch, zu Ostern in Familie schön durch die Natur zu flanieren und gemeinsam den Frühlingsanfang zu genießen. Zu sich selbst und zu den anderen finden, auf neue Gedanken kommen, den Kopf mal durchlüften.

Solcherart Osterspaziergänge spielten auch in der Literatur immer wieder eine wichtige Rolle. Bestes Beispiel dafür ist der Osterspaziergang von Goethes Protagonist Faust in der gleichnamigen Tragödie „Faust, der Tragödie erster Teil“, erschienen im Jahr 1808. Als fundamentale Menschheitsparabel taugt diese Tradition aber auch im ursprünglichen, älteren und eindeutig christlichen Sinne.

Denn jene Tradition hat sehr wohl zugleich einen tiefen religiösen Hintergrund. Dieser Spaziergang erinnert nämlich an den sog. „Emmausgang“. Ein Spaziergang am frühen Morgen des Ostermontags im Gedenken daran, wie sich seinerzeit Jesus nach seiner Auferstehung aus dem Felsengrab auf dem Ölberg vorübergehend unerkannt zwei Jüngern beim Spazieren zum Ort Emmaus anschloss.

Brauch #12: Das Osterwasser

*christliche Tradition und zugleich heidnischer Osterbrauch

Osterwasser

Osterwasser

Als Osterwasser gelten einmal mehr gleich zwei verschiedene Bräuche. Wie so oft geht der eine auf tiefe religiöse Rituale zurück. Die andere Tradition entspringt heidnischer Herkunft und Bedeutung, natürlich abermals in Zusammenhang mit dem Frühlingsbeginn.

Als christliches Osterwasser wird in der katholischen Kirche das Taufwasser bezeichnet, welches direkt in der Osternacht geweiht wird. Der Pastor, Pfarrer oder Priester besprengt damit die Gemeindemitglieder während der Ostermesse. Dieses Osterwasser wird das ganze Jahr über für weitere Taufen benutzt.

Der heidnische Volksbrauch wiederum geht auf Wasser als Ursymbol von Leben und Fruchtbarkeit zurück. Jungfrauen mussten in der Osternacht oder am Ostermorgen Wasser aus reinem Bach oder klarer Quelle schöpfen. Für gewöhnlich taten sie das still und schweigend, damit das Osterwasser nichts von seiner heilenden Kraft verlöre. Jenes Wasser, auch Märzwasser genannt, sollte angeblich besonders lange frisch bleiben, feine Haut geben und sogar gegen Augenerkrankungen helfen.