Ostereier – Eier, die mehr als nur ein Stück Deko sind

Bunte Tradition: Zu Ostern schöne Eier färben, bemalen und basteln

Das Basteln, Färben und Bemalen von Ostereiern steht jedes Jahr zu Ostern nicht nur bei Kindern hoch im Kurs. Auch viele Erwachsene zelebrieren den Brauch aus vollem Herzen. Macht ja auch jede Menge Spaß und gibt der eigenen Osterdeko die perfekte persönliche Note. Ideen wie neu! Millionen Deutsche färben, bemalen und dekorieren zu Ostern nach Herzenslust die bunte Hennenware des Osterhasen.

Köstliche Ostereier präsentieren sich am besten im schön grünen Ostergras

Tradition und Ursprung des Brauchtums der Ostereier sind uralt und vielfältig. Wie kann man schöne bunte Ostereier gestalten? Dazu lohnt sich insbesondere ein bewundernder Blick zur sorbischen Volksgruppe zwischen südöstlichem Brandenburg und nordöstlichem Sachsen. Den katholischen Sorben sagt man den prächtigsten und feinsten Schmuck der Ostereierkunst in Deutschland nach. Hier leben grazile Techniken und fabelhafte Bräuche der Eiergestaltung bis heute fort.

„Das Osterei war und ist noch immer eine echte Kunst des Brauchtums. Ostereier sind aber mehr als nur Banner des Glaubens und Artikel zur Dekoration. Jedes Stück ist ein Ausdruck der Freude, der Fantasie und des Frühlings.“

Verfahren wie das feine Kratzen oder Ritzen, die wachsfärbende Reserviertechnik, die aufgetupfte Bossiertechnik oder die altertümliche Ätztechnik mit Ameisensäure oder Milchsäure feiern vor allem bei den Sorben alljährlich ihre Hochkultur im privaten Kleinkunstgewerbe. Es ist wahrlich Kunst, was hier mit den Ostereiern passiert. Schönste Muster auf den bunten Ostereiern sind, wie übrigens oft in slawischen Ländern verbreitet, das mitreißende Resultat.

Leckere Ostereier, weder mundgeblasen noch aus Thüringer Glasdesign

Faire Schokolade zum fairen Preis kommt zu Ostern immer gut an, ob im Set oder als Artikel am Stück!

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Woher kommt die Tradition der Ostereier?

Die Dekoration der Schalen von Eiern ist weitaus älter als jede andere Tradition zu Ostern. Streng genommen sind das Färben und Gestalten von Eierschalen – kurzum jede Eier-Deko – sogar älter als Ostern, sprich als das Christentum selbst. In Afrika beispielsweise wurden rituell dekorierte Straußeneier ausgegraben, einige Stück darunter ca. 60.000 Jahre alt.

Auch in antiken Gräbern der alten Sumerer und Ägypter fanden sich bereits Straußeneier mit kunstvoller Deko. Überall wurde Eiern seit frühester Zeit eine starke Symbolkraft zuteil. In den meisten alten Kulturen galt das Ei als Träger und Sinnbild für Fruchtbarkeit und Wiedergeburt. Einige Kulturen und Kulte erhoben es gar zum Ursprung von Menschen und Welt überhaupt.

Die Christen schließlich griffen diese Symbolik, diese Ideen auf. Da Ei gewann mit dem theologischen Ausbau und den religiösen Deutungen der historischen Vorgänge um Jesus Christus, seinen Tod und seine Auferstehung, die im Laufe der Zeit in den Schriften der Heiligen Schrift und den Dokumenten dazu immer größeren Niederschlag fanden, an zunehmender Bedeutung. Der Eier-Kult und letztlich die Osterdeko erfanden sich rund um die Ostergeschichte neu.

„Was war zuerst? Das Osterei oder Ostern? Hier ist die Sachlage sehr klar: Es war das Ei!“

Schon im 10. Jahrhundert nach Christus war es unter den frühen koptischen Christen Brauch, sich zum Osterfest am Ostermorgen gegenseitig mit Eiern zu beschenken. Das Osterei stand hierbei für das Zeichen der Auferstehung Jesu Christi. Wie ein Küken frisch und neu aus dem Ei schlüpft, stand eben auch Jesus nach seinem Tod am Kreuz unversehrt „wie aus dem Ei gepellt“ wieder mitten unter den Menschen. Nur war er eben nicht direkt aus einem Ei, sondern seinem Felsengrab entstiegen.

Die Eier waren aus Haltbarkeitsgründen hart gekocht und früher fast immer in der Farbe Rot gefärbt. Eier in bunten Farben kamen erst später auf. Das Rot als Deko stand dabei stellvertretend für das Blut, das Christi am Kreuz vergossen hatte. Und das Ei besitzt noch eine weitere liturgische Bedeutung im Christentum. Es findet sich nämlich in weiterer Funktion auf zahlreichen Kirchenbildern, Fresken und christlichen Malereien wie Marienbildern wieder, zumindest als Randmotiv. Dort wiederum oft in Weiß weist es auf die jungfräuliche Geburt Jesu hin.

Eier färben und bemalen ist jedes Jahr wieder ein großer Spaß für Kinder
Ostereier verstecken: laut Statistik ein Dauerbrenner bei den beliebtesten Osterbräuchen
Die mit Abstand teuersten Ostereier der Welt sind die von Fabergé



10 Fakten zum Brauchtum der Ostereier mit nützlichem Wissen, wenn Kinder neugierig fragen:

    • Basteln, Färben und Bemalen von Ostereiern unterstützen die Entwicklung der Fähigkeiten unserer Kinder. Sie sind nützliche und wichtige Übungen. Da sind sich Kinderpädagogen, Psychologen und Ergotherapeuten einig. Die meisten Arbeitsschritte beim gemeinsamen DIY Projekt zur Herstellung individueller Ostereier regen die Fantasie der Kinder an. Zudem wirken sie sehr positiv auf die Ausbildung kindlicher Motorik und Feinmotorik.

    • Praktische Tipps & Ideen: Wer sich unsicher ist, ob das künftige Osterei jetzt schon gekocht ist und zum Färben kann oder ob es eben vor der Deko „nochmals“ in den Topf muss. Der rolle das Ei einfach vorsichtig über einen Tisch und beobachte es. Ein gekochtes Ei rollt schön gleichmäßig rund. Ein rohes Ei ruckelt beim Rollen.

    • Eier als Währungsmittel? Gibt’s nicht? Gab‘s aber mal! Im Mittelalter hatte das Osterei quasi einmal die Berechtigung, dass Bauern ihre Steuerabgaben – den sog. „Zehnten“ – als Naturalabgabe in Form von Eiern entrichten durften. Am Gründonnerstag vor Ostern, wenn es durch Fastenzeit und erhöhte Legefreude der Hennen im Frühling einen regelrechten Eierüberschuss gab, durften die Bauern ihre Steuern in Eiern bezahlen.

    • Ostereier und Rekorde: Freilich gibt’s rund um den österlichen Spaß mit Ei sogar Weltrekorde nach Guinness Buch. Im Jahr 2007 zum Beispiel suchten 753 Kinder in Begleitung ihrer Eltern in Winter Haven, einer Kleinstadt im US-amerikanischen Bundesstaat Florida, insgesamt 501.000 Ostereier, die ein besonders fleißiger Hase versteckt hatte. Das teuerste Schoko-Ei, das nicht mit Edelsteinen besetzt war, dafür aber mit Blattgold und teils gefüllt mit Trüffeln, wurde 2012 im königlichen Gerichtshof zu London für 7.000 £ verkauft. Das mit 14,79 m Höhe und 8,40 m Durchmesser größte dekorierte Osterei stand 2008 in der portugiesischen Kleinstadt Alochete gegenüber Lissabon.

    • Die Betonung des teuersten Eies, das nicht mit Edelsteinen besetzt war, hat natürlich seine Bedeutung. Schließlich stammen die berühmtesten Ostereier in dieser Hinsicht vom russischen Goldschmied am kaiserlichen Zarenhof, Peter Carl Fabergé. Bis heute sind seine Eier legendär. Der Begriff des Fabergé-Ei ist ein Inbegriff des Luxus der Osterdeko. Ab 1885 fertige Fabergé teils im Set, meist einzeln in meisterhafter Handarbeit insgesamt 52 kaiserliche Eier, 7 Kelch-Eier und 4 Auftrags-Eier in imperialer Qualität. Mehr dieser Eier gibt es nicht. Heute erzielen diese prächtigen Ostereier, die einst die russischen Zarengattinnen erfreuten, bei tadelloser Provenienz auf Versteigerungen Erlöse von bis zu 40 Mio. Dollar.

    • Ostereier gibt’s in der IT und Software-Branche sogar außerhalb von Ostern oder Frühling. Programmierer und Softwareentwickler bezeichnen undokumentiert und überraschend neu eingefügte Funktionen in Software oder Videospielen als sog. „Easter Eggs“. Diese „Ostereier“ müssen nicht mal etwas mit dem ursprünglichen Programm zu tun haben. Sie sind aber auch nicht gefährlich und keine Schadsoftware. Sie sind einfach nur amüsant.

    • Den einzigen Hasen, der zu Ostern wirklich Eier legt, gibt es tatsächlich. Dieser Hase lebt jedoch auf der Nordhalbkugel in kühleren Gewässern wie dem norddeutschen Wattenmeer oder in der westlichen Ostsee. Es handelt sich dabei um den sog. „Seehasen“. Der barschartige Fisch ist ein schlechter Schwimmer, wird bis zu 70 cm groß und 3 kg schwer. Wenn er in der Osterzeit seine Eier – also seinen Laich – vor der Küste ablegt, sind die Eier allerdings kaum bunt.

    • Andere Länder, andere Sitten: Auch in China werden zuweilen hartgekochte rote Eier serviert. Allerdings ist dann nicht Ostern, wenngleich es ebenso um einen Neuanfang und um Dekoration geht. Die Chinesen kredenzen die roten Eier nämlich oft als lustigen Feier-Artikel zum ersten Geburtstag eines kleinen Kindes den Partygästen.

    • Apropos andere Länder: In Polen wird trotz der bekanntlich sehr katholischen Sichtweise auch zum Hochfest der Christen teils sehr an Bräuchen der slawischen Mythologie festgehalten. Beispielsweise bespritzen sich jedes Jahr am Ostermontag alte und junge Menschen gegenseitig mit kaltem Wasser. Der „Śmigus-dyngus“ (in Deutsch: „Schmingus Dingus“) genannte Brauch soll auf ein Reinigungsritual heidnischer Herkunft zurückgehen. Manchen Polen geht er ziemlich auf die Ostereier. Die meisten haben aber Spaß dran.

    • Ostern satirefrei? Das ist vielerorts an sog. „stillen Feiertagen“ wie Ostern bis heute Gesetz, beispielsweise im westdeutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Jedes Jahr riskiert die Bochumer Humanisten-Gruppe „Religionsfrei im Revier“ dort ein saftiges Bußgeld durch die Stadtverwaltung, weil sie an Karfreitag „Das Leben des Brian“ der britischen Comedy-Gruppe Monty Python zeigt. Wie jeder Cineast weiß, handelt der bekannte Kinofilm von einer Persiflage auf die Ostergeschichte.