Ostergeschichte – wie Jesus eine unglaubliche Geschichte der Hoffnung für die Menschen schrieb

Das Märchen von Ostern einfach und verständlich für Kinder und Erwachsene


Vom Messias, der nicht nur Minuten, sondern tagelang dem Tod trotzte und Auferstehung feierte: Die Ostergeschichte begann lange vor Ostern. Jesus Christus begann sein Werk vor etwa 2.000 Jahren. Die christlichen Ereignisse, die damals eskalierten, sollten die Welt nachhaltig verändern. Bis heute erzählen Christen, Theologen, Wissenschaftler, Künstler und überhaupt alle Menschen, die an einer guten Erzählung interessiert sind, über diese unglaubliche Geschichte, die Trost und Hoffnung für alle Gläubigen spendet.

Hoffnung spenden, Freude feiern... das ist Ostern und so schmeckt auch die Osterschokolade von chocri

Obendrein bietet die Ostergeschichte zum Ende, als es keiner mehr für möglich hält, noch eine unfassbare Wendung, ein echtes Happy End. Eine sagenhafte Geschichte voller Verheißung, Prophezeiung, Leid, Verrat, Intrigen, Tod und einem Helden, der alle Widerstände überwand, der sogar den Tod bezwang. Seit Tausenden von Jahren wird die Geschichte von Ostern erzählt, nicht nur in der Kirche oder Kirchengemeinde. Eine Geschichte, die sich aus vielen Geschichten schrieb, wie ein echtes Märchen eben.

Die Geschichte von Jesus, seinen Leiden und wie er am Ende obsiegte


„Jesus Christus erwiderte: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“
(aus: Die Bibel, Johannes-Evangelium, Kapitel 11, Vers 25)

Was am Aschermittwoch geschah?


40 Tage vor Ostern: Jesus beginnt nach der christlichen Taufe im Jordan zu fasten

40 Tage vor Ostern: Jesus beginnt nach der christlichen Taufe im Jordan zu fasten

Die erstaunliche Erzählung von Ostern beginnt an einem Mittwoch. Etwa vierzig Tage, bevor Jesus Christus sein Wirken in der Stadt Jerusalem in der römischen Provinz Judäa begann. Heute nennt man es das „Heilige Land“. Den Zeitpunkt nennen wir heute Aschermittwoch. Warum? Weil sich der Jude Jesus nach seiner Taufe im Jordan und vor seiner großen Aufgabe erst einmal selbst Buße und Fastenzeit auferlegte.

Er wollte sich in dieser Fastenzeit besonders darauf konzentrieren, auf alle lasterhaften Angewohnheiten zu verzichten. Bis heute tun es ihm gläubige Christen nach. In der Zeit zwischen Aschermittwoch und Palmsonntag entsagen sie vierzig Tage lang allen Ausschweifungen. Sie begeben sich im übertragenen Sinn in die „Asche“. Nur die Sonntage dazwischen sind ausgenommen.

Unbedingt zu verzichten ist in dieser Zeit auf den Konsum von zum Beispiel Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch, Eiern und Milchprodukten. An ganz strengen Fasttagen darf ebenfalls kein Fisch gegessen und kein Öl verwendet werden. Untrennbar verbunden ist zudem das Fasten nach Jesus Art mit Selbstläuterung im Gebet. Das Fasten soll Geist und Körper reinigen.

Welche Geschichten hinter dem Palmsonntag stecken?


Am Sonntag vor Beginn der Karwoche: Auf einem Esel zieht Jesus am Palmsonntag in Jerusalem ein

Am Sonntag vor Beginn der Karwoche: Auf einem Esel zieht Jesus am Palmsonntag in Jerusalem ein

Nach den Tagen des Fastens, der Buße und der Selbstreinigung zog Jesus dann in die Stadt Jerusalem ein. Das jährliche Pessach-Fest stand bevor. In Deutsch wird es auch Pascha-Fest genannt. Und Jesus wollte nicht nur an den Feierlichkeiten teilnehmen. Neben dem Feiern wollte er vor allem zu den Menschen in seiner Mission als Messias predigen.

Denn er hatte sich in den Jahren zuvor als Wanderprediger schon einen gewissen Namen auf dem Land und in der Provinz gemacht. Nun war es an der Zeit, seine Botschaft zum Volk in die große Stadt zu tragen. Pessach ist, muss man zur besseren Einordnung und Übersicht wissen, eines der wichtigsten Feste überhaupt im Judentum. Das Fest erinnert an den Auszug der Juden aus Ägypten, wo sie lange Zeit zuvor nicht gut gelitten waren.

Gefeiert wird zum Pessach-Fest also nicht weniger als die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei. So empfanden und empfinden es die Juden bis heute. Weil aber Jerusalem und Judäa seinerzeit wiederum von Rom besetzt waren, zog Jesus auf ganz bewusste Weise in Jerusalem ein. Als unverhohlene, jedoch sanfte Kritik am herrischen Auftreten der Römer ritt er auf einem einfachen Esel in die Stadt hinein. Es war seine Art, das römische Militärgebaren zu kritisieren.

Römische Truppen ritten damals nämlich vor jedem Pessach-Fest mit wahren Kohorten an Reitern protzend in die Stadt. Die sollten für Ruhe und Ordnung sorgen im Schmelztiegel der traditionell unruhigen Provinz. Eine jubelnde Menschenmenge feierte Jesus schon allein wegen dieser symbolischen und provokanten Art der Ankunft. Die Menschen breiteten ihm Palmzweige zu Füßen aus. Ein antikes Symbol dafür, wie das Volk der Juden Jahrhunderte lang ihre Siege feierte.

Was tat Jesus von Montag bis Mittwoch vor der großen Feier in der „Heiligen Stadt“?


Tempelreinigung: Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel, seiner Kirche

Tempelreinigung: Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel, seiner Kirche

Hierüber unterscheiden sich die Überlieferungen in der Bibel und den Evangelien, teils drastisch. Wir können aber davon ausgehen, dass Jesus je nach Quelle und Dossier eben zu Beginn der sog. „Karwoche“ das tat, was er zu tun gedachte. Er predigte zu den Menschen, hielt Andacht und sammelte seine Jünger um sich. Ihre Zahl wuchs und wuchs. Seine Lehren überzeugten mehr und mehr Menschen. Jedem, der es wissen wollte, überbrachte er seine Botschaft Gottes.

Und jedem gegenüber, der ihn danach fragte, bejahte er, dass er der Messias, der Heiland, der von Gott geschickte Erlöser sei. Eine Episode aus diesen Tagen sticht hervor. Sie wird von nahezu allen Quellen gleichermaßen erwähnt: die sogenannte „Tempelreinigung“! Jesus wollte sich demnach nicht damit abfinden, wie sehr sich mittlerweile der reine Glauben an Gott und der lasterhafte kapitalistische Handel mitten im Tempel miteinander vermischten.

So ging er also zum Tempel von Jerusalem und trieb all die dort tätigen Händler, Geldwechsler, Wucherer und Feilscher eigenhändig hinaus. Jesus trieb sie mit einer kreisenden Geißel aus Stricken vor sich her, stieß ihre Tische um und verschüttete ihr Geld. Erzürnt rief er ihnen zu: Sie sollten seines Vaters Haus nicht zum Kaufhaus machen. Sie sollten respektieren, dass dies ein Gebetshaus sei, keine Räuberhöhle. Die Kunden, die eigentlich zum Gebet gekommen waren, lies er bewusst in Ruhe.

Nachdem er alle Händler aus dem Tempel geworfen hatte, waren sie auch keine Kunden mehr. Sie waren wieder einfach nur Gläubige. Über die Ereignisse waren die Priester und Profiteure des Tempeladels anders als das Volk freilich weniger erfreut. Spätestens jetzt beschlossen sie, Jesus aus dem Weg zu schaffen. Nun sollte Jesus Leidensgeschichte – die die Kirche die Passionsgeschichte nennt – und die wir als die legendäre Ostergeschichte kennen, richtig an Dramatik gewinnen.

Was sich am Gründonnerstag ereignete?


Gründonnerstag: Jesus beim letzten Abendmahl mit den 12 Aposteln, seinen Jüngern

Gründonnerstag: Jesus beim letzten Abendmahl mit den 12 Aposteln, seinen Jüngern

Am Vorabend des jüdischen Pessach-Festes, das traditionell schon am Abend vor den großen Feierlichkeiten beginnt, feierte Jesus mit seinen treuesten zwölf Jüngern – den 12 Aposteln um Petrus, Matthäus und freilich Judas – gemeinsam das jüdische Seder-Mahl. Heute ist es bekannt als das „Letzte Abendmahl“. Am reich gedeckten Seder-Tisch brach Jesus das Brot mit ihnen und teilte den Wein. Und selbstverständlich gab es jede Menge lebhafter Tischgespräche.

Hauptthema waren natürlich die Lehren und Botschaften Gottes, die Jesus predigte. Auch auf die jüngsten Ereignisse wie seinen Einzug unter Palmblättern in Jerusalem oder seine Tempelreinigung von Kaufleuten und Geldwechslern kam die Sprache. Die Stimmung war besorgt. Wie würde die Entwicklung weiter fortschreiten. Wie würden die von Jesus Auftreten besorgten Römer und Sadduzäer – die damals herrschenden Eliten in Jerusalem – wohl auf seine Aktionen reagieren.

Jesus wusste es bereits. Bis in die Details sagte er seinen Jüngern voraus, was in Kürze geschehen sollte. Er nahm seinen eigenen Leidensweg, aber auch seinen eigenen Sieg vorweg. Jesus sagte zum Beispiel vorher, dass man ihn töten werden wolle, indem man ihn ans Kreuz schlägt. Er prophezeite, dass ihn einer seiner Freunde verraten würde und somit seine Kreuzigung erst ermögliche.

Und ebenfalls nahm Jesus da bereits vorweg, dass er all diese Prüfungen bestehen werden würde. Er sei stärker als der Tod. Er würde nämlich später dank des Gottvaters wieder lebendig aus seinem Grab auferstehen und mit seiner Botschaft Gottes in die Stadt Galiläa weiterziehen. Und obwohl alle Apostel schworen, dass sie ihn nie verraten würden, nahm die Geschichte noch in derselben Nacht genau den vorhergesagten Lauf.

Auf dem Rückweg vom Festmahl verriet der Jünger Judas den Aufenthaltsort von Jesus für einen Sack voll Silber an die Sadduzäer. Diese führten die Truppen der jüdischen Tempelpolizei an, die Jesus in den Gärten Getsemani am Fuße des Ölbergs verhafteten, um ihn dann den Römern zu übergeben. Die Römer unter dem Statthalter Pontius Pilatus wiederum machten kurzen Prozess mit ihm. Sie verurteilten Jesus zum Tode durch das Kreuz. Schon vormittags darauf sei das Urteil zu vollstrecken.

Warum Karfreitag der vielleicht traurigste Feiertag von allen ist?


Der Kreuzweg Christi zur Hinrichtung auf dem Hügel Golgota: die Passion im Zentrum aller Geschichten zu Ostern

Der Kreuzweg Christi zur Hinrichtung auf dem Hügel Golgota: die Passion im Zentrum aller Geschichten zu Ostern

So geschah es denn auch in aller Herrgottsfrühe. Etwa um neun Uhr morgens musste Jesus von Nazaret das schwere Holzkreuz auf seinen Schultern durch die engen Gassen der Stadt über den Ölberg bis hinauf auf den Hügel Golgotha schleppen. Der Weg war vermutlich bewusst gewählt. Ausgerechnet über den Ölberg, über den er vor wenigen Tagen noch triumphal Einzug in Jerusalem auf einem Esel gehalten hatte.

Überlieferungen über die Bibel hinaus besagen, dass Jesus immerhin Teile der Strecke Erleichterung auf dem Weg zur Hinrichtung hatte. Ein jüdischer Feldarbeiter etwa trug ihm das schwere Kreuz ein Stück des hügeligen und staubigen Weges. Weniger Erleichterung, dafür umso mehr Hohn erfuhr Jesus durch die römischen Soldaten. Sie flochten ihm nämlich die berühmte Krone aus Dornenzweigen, um sein „Königreich der Juden“ zu verhöhnen. Diesen Dornenkranz setzten sie ihm auf und lachten ihn aus.

Auf dem Hügel angekommen, wurde das Kreuz aufgerichtet und Jesus gekreuzigt. Bis zum Abend des Freitags hing er dort am Kreuz und glitt scheinbar in den Tod hinüber. Genau jetzt geschah es: das Leiden und Sterben Christi am Kreuz! Die Kreuzigung war damals übrigens nicht extra für Jesus ersonnen worden. Vielmehr war diese Hinrichtungsart eine im Alten Orient und in der Antike sehr verbreitete Art der Vollstreckung einer Todesstrafe. Sie sollte die Qualen möglichst verlängern.

Am Abend prüfte ein Römer durch Lanzenstich, ob Jesus noch Lebenszeichen von sich gab. Als das nicht mehr der Fall war, durften einige Anhänger seinen Leib vom Kreuz nehmen und auf dem Ölberg zu Ruhe betten. Der Legende nach waren es Frauen, die Jesus in Tücher wickelten und in ein Felsengrab legten. Jenes war zuvor von seinem Freund und Jünger Josef von Arimathäa reserviert worden. Vor die Öffnung der Höhle rollte Josef nach der Beisetzung einen schweren Stein.

Was sich Freudiges dann aber zwischen Ostersonntag und Christi Himmelfahrt zutrug?


Frohe Ostern: Jesus hat dank Gottvater dem Tod getrotzt und ist am Ostersonntag lebendig wieder auferstanden

Frohe Ostern: Jesus hat dank Gottvater dem Tod getrotzt und ist am Ostersonntag lebendig wieder auferstanden

Am Ostersonntag, dem dritten Tag nach Jesus Beerdigung, kamen wie nunmehr jeden Tag die Frauen zur Höhle, in die Jesus nach seinem martialischen Tod durch die römischen Besatzer von seinen Freunden und Jüngern gebettet worden war. Sie wollten ihn wie damals üblich frisch salben und in saubere Tücher wickeln. Doch der schwere Stein, der den Höhlenausgang verschloss, war einfach zur Seite gerollt. Jesus Grab war leer.

Stattdessen erschien den Frauen ein Engel und verkündete ihnen, dass Jesus von den Toten auferstanden sei. Und obwohl die Damen das sofort den engsten Jüngern berichteten, wie ihnen vom Engel aufgetan, glaubte ihnen zunächst niemand. Erst als Jesus zwei enttäuschten Jüngern tags darauf am Ostermontag bei der Mahlzeit im nahen Dorf Emmaus begegnete, begann die Kunde von seiner Auferstehung schnell und schneller die Runde zu machen.

Und die beiden Jünger erkannten Jesus auch nicht sogleich. Erst dachten sie, sie würden das Brot mit einem unbekannten Mann in weißer Kleidung teilen. Nachdem sie aber fürwahr wurden, dass Jesus tatsächlich wieder lebte und wie vorhergesagt seine Reise in Richtung der Stadt Galiläa fortsetzte, eilten sie sich, die frohe Kunde in alle Richtungen zu verbreiten.

In der Folge soll Jesus noch über weitere 39 Tage vielen seiner Jünger begegnet sein. Nicht nur solchen, die ohnehin an ihn glaubten, sondern vor allem denen, die den Glauben an ihn schon verloren hatten. 40 Tage nach seiner Auferstehung schließlich sei Jesus dann zum Gottvater im Himmel aufgefahren. Das feiern wir heute zu „Christi Himmelfahrt“. Seitdem wacht er „zur Rechten Gottes“ über unser Schicksal in Himmel und auf Erden. All das und viel mehr bedeutet Ostern!